Schneestolz

Schneestolz, Schneeglanz oder Sternhyazinthe sind Namen für kleine, blau-violett blühende Zwiebelblumen aus Kleinasien. Es gibt insgesamt 7 Arten. Bei uns sind der Gemeine Schneestolz (Chionodoxa luciliae, Syn. C. gigantea) und der Blaue Schneeglanz (Chionodoxa forbesii), der auch Große Sternhyazinthe genannt wird, in Kultur.

Schneestolz eignet sich sehr gut für die Kultur in Beeten, Steingärten und an Gehölzrändern. Die Pflanzen verwildern gut und bilden mit der Zeit dichte Bestände.

Kleine Sterne

Lockere, frische Böden und ein sonniges Plätzchen: So es der Schneestolz am liebsten.

Lockere, frische Böden und ein sonniges Plätzchen: So es der Schneestolz am liebsten.

Schneestolz ist ein kleiner, frühjahrsblühender Zwiebel-Geophyt. Aus den etwa 1,5 bis 2,5 cm hohen Zwiebeln wachsen im Frühjahr 2 bis 4 bandförmige Blätter und Blütenstände mit kleinen sternförmigen Blüten. Im März und April hat jede Zwiebel vier bis zehn Blütenstiele, die jeweils nur eine einzelne sternförmige Blüte mit sechs Perigonblättern tragen. Diese Blüten haben einen Durchmesser von bis zu 4 cm. In der Mitte haben sie ein weißes Auge. Zum Rand hin wird die Farbe der Blütenblätter allmählich intensiver. Meistens sind sie blau oder blau-violett. ‘Pink Giant’ ist eine rosablühende Sorte, die sich auch für den Schnitt eignet. Der Gemeine Schneestolz wird 5 bis 10 cm hoch. Der blaue Schneeglanz ist mit 10 bis 20 cm etwas größer.

Sternhyazinthen im Garten

Schneeglanz mag lockere, frische Böden an sonnigen Standorten und im lichten Schatten unter sommergrünen Gehölzen. Jeder gut durchlässige Gartenboden ist für die Kultur geeignet. In Steingärten fühlen sich die Pflanzen besonders wohl. Die Zwiebeln werden im Herbst 6 bis 10 cm tief und mit einem Abstand von 10 cm gepflanzt. Die optische Wirkung ist in größeren Gruppen aus 10 bis 20 Pflanzen besonders gut. Sie lassen sich toll mit kleinen Narzissen (z. B. ‘Tête á Tête’, ‘Sun Disc’ oder ‘Rip van Winkle’) oder Krokussen kombinieren. An sonnigen Tagen umschwirren Bienen und andere Insekten die Blüten.

Im Laufe der Zeit vermehren sich die Pflanzen durch Samen und Brutzwiebeln. Die Sämlinge sind zunächst sehr klein und kommen erst nach 2 bis 3 Jahren zur Blüte. Sie brauchen ungestörte Standorte, um sich zu entwickeln. ‘Pink Giant’ vermehrt sich ausschließlich über Brutzwiebeln.

Verbreitung durch Ameisen

Um ihre Samen über eine größere Strecke zu verbreiten, verwenden die Pflanzen einen Trick. Sie bilden an ihren Samen einen kleinen, fett- und zuckerhaltigen Anhang, das Elaiosom. Dieses dient als nährstoffreicher Köder für Ameisen. Die Insekten finden die Samen und tragen sie in ihren Bau. Dort fressen sie den nährstoffreichen Anhang. Die Samen werden dabei nicht beschädigt. Sie werden von den Ameisen aus dem Nest gebracht und keimen später auf ihrer Abfallhalde in der Nähe des Ameisennestes. Auf diese Weise legt der Samen eine Strecke von mehreren Metern zurück und gelangt an einen Ort mit nährstoffreichem Boden, der ideale Keimbedingungen bietet.

Diese Art der Verbreitung nennt man Myrmekochorie und die Pflanzen, die sich so verbreiten, Myrmekochoren. Auch das Schneeglöckchen verbreitet sich auf diese Weise.

Herkunft der Pflanzen

Sowohl der Gemeine Schneestolz als auch die Große Sternhyazinthe stammen aus der Türkei. Sie wachsen dort in der Natur an Berghängen. Bereits 1764 sind zum ersten Mal Pflanzen nach Deutschland gekommen, gingen dann aber bereits nach kurzer Zeit wieder verloren. 1877 wurden dann zum zweiten Mal Chionodoxa importiert. Seitdem sind die Frühjahrsblüher bei uns in Kultur.