Narzissen

Narzissen, auch als Osterglocken bekannt, sind frühjahrsblühende Zwiebelpflanzen. Sie stammen aus den gemäßigten Breiten von Europa und Asien und sind bei uns winterhart. Die Pflanzen vermehren sich durch die Bildung von Tochterzwiebeln und kommen jedes Jahr wieder zur Blüte.

Narzissenarten und Sortenvielfalt

In Deutschland gibt es in der Natur drei Narzissenarten, die streng geschützt sind und nicht aus der Natur entnommen werden dürfen.

  • Die Gelbe Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) hat eine hellgelbe Blütenkrone und eine dunklere gelbe Nebenkrone. Sie ist der Vorfahr der Trompetennarzissen in unseren Gärten.
  • Die Weiße Narzisse (Narcissus poeticus) hat weiße Blütenblätter und eine gelbe Nebenkrone mit krausem, rotem Rand. Von ihr stammt zum Beispiel die Dichternarzisse ‚Actaea‘ ab.
  • Unsere dritte einheimische Art ist die Stern-Narzisse (Narcissus radiiflorus).

Wie viele Narzissenarten es weltweit gibt, ist umstritten, weil manche Arten sehr variabel sind und andere sich schwer voneinander abgrenzen lassen. Das International Daffodil Register der Royal Horticultural Society führte 81 Arten in seiner Ausgabe vom Oktober 2014 auf. Anhand von genetischen Untersuchungen ließen sich bisher aber nur 36 Arten eindeutig unterscheiden. In Kultur sind fast ausschließlich Zuchtformen. Davon gibt es mehrere Tausend.

Verführerische Schönheit

Mehrere Tausend Zuchtformen der Narzissen sind in Kultur.

Mehrere Tausend Zuchtformen der Narzissen sind in Kultur.

Die Narzisse war schon den Griechen im Altertum bekannt. Ihr Name leitet sich von einer griechischen Sagengestaltab. Der junge Narziss verliebte sich in sein eigenes Spiegelbild in einem Teich. Er konnte sich an der Schönheit nicht sattsehen. Dann erkannte er aber, dass sein Spiegelbild genau wie er selbst altern würde. Das machte ihn so unglücklich, dass er aus Verzweiflung starb. An der Stelle am Ufer wuchs daraufhin eine wunderschöne Blume – die nach ihm benannte Narzisse.

Die Narzisse war noch vor Tulpen oder Hyazinthen in Kultur. Nicht nur die Griechen der Antike schätzten sie, auch in den englischen und mitteleuropäischen Gärten war sie schon im 16. Jahrhundert verbreitet. Im 18. Jahrhundert wurden die ersten Sorten von englischen Narzissen-Liebhabern gezüchtet. Vor allem in England und in Holland begann dann gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch die kommerzielle Zucht und Vermehrung. Heute gibt es mehr als 5.000 Sorten, die nach ihrer Abstammung und Blütenform in 12 Klassen unterteilt werden. Eine Übersicht über diese Vielfalt finden Sie in unserem Narzissen-Lexikon.

Verwendung im Garten

Narzissen sind recht anspruchslos und wachsen in jedem Gartenboden. Nur Staunässe vertragen sie nicht. Sie lassen sich gut mit anderen Frühjahrsblühern kombinieren.

Frühe Sorten wie ‚February Gold‘ oder ‚Jetfire‘ kommen bereits Ende Februar oder Anfang März zur Blüte, wenn auch Krokusse, Schneeglöckchen und Winterlinge blühen. Späte Sorten wie ‚Falconet‘, ‚Quail‘ oder ‚Thalia‘ blühen dagegen erst Ende April oder Anfang Mai zusammen mit Tulpen.

Die verschiedenen Narzissen werden zwischen 15 und 40 cm hoch. Kleine, zierliche Narzissen passen gut in Steingärten, können aber auch in Kübeln, Töpfen, Schalen und Balkonkästen kultiviert werden. Einige Narzissen verwildern gut. Das heißt, dass sie sich nicht nur durch Tochterzwiebeln, sondern auch durch Samen vermehren. Lässt man ‚Tête à Tête‘, ‚Thalia‘, ‚Quail‘ oder ‚Falconett‘ ungestört in Wiesen oder an Gehölzrändern wachsen, bilden sie so mit der Zeit immer größere Bestände. Dazu müssen die Samen in den Fruchtständen aber ausreifen können, bevor die Pflanzen abgemäht werden.

Alle Narzissen können Sie auch für die Vase schneiden. Damit die Blüten möglichst lange halten, sollten Sie sie schneiden, wenn die Knospe gerade beginnt, sich zu öffnen, und ihre Farbe zeigt.

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