Lilien

Lilien sind schon sehr lange in Kultur. Die Madonnenlilie (Lilium candidum) kennen wir bereits seit über 2500 Jahren. Alle 80 bis 100 Lilien-Arten stammen von der Nordhalbkugel. Außer den Arten der Gattung Lilium werden auch andere Pflanzen als „Lilien“ bezeichnet. Die Belladonna-Lilie (Amaryllis belladonna), die Taglilien (Hemerocallis) oder die Jakobslilien (Sprekelia) gehören nicht zu den Liliengewächsen.

Aufbau des Pflanzenkörpers

Lilien sind Zwiebelpflanzen. Die meisten haben Zwiebeln mit übereinander liegenden Schuppen. Aus deren Zentrum wächst der Trieb mit den Blättern und den Blüten. Die Wurzeln wachsen aus der Unterseite der Zwiebel. Die Blätter der Lilien sind lanzettlich und sind in Quirlen oder wechselständig am Stängel angeordnet. An den Blütenstielen und in den Achseln der Blätter sitzen bei einigen Arten Brutzwiebeln, die abfallen und später keimen. Bei anderen Arten erfolgt die vegetative Vermehrung durch abgelöste Zwiebelschuppen oder Ausläufer. An der Spitze des Triebs bilden sich die Blüten. Sie haben je drei Kelch- und Kronblätter, die gleich gefärbt und geformt sind (Tepalen). Die Narbe und die sechs Staubblätter mit den großen Staubgefäßen ragen weit aus den Blüten heraus. Lilien blühen in Weiß, Gelb, Orange, Rosa oder Rot. Oft sind die Blüten mehrfarbig gemustert.

Lilien pflanzen und pflegen

Eine Lilienzwiebel mit Brutzwiebeln, die sich über die Zeit in dichten Klumpen bilden.

Eine Lilienzwiebel mit Brutzwiebeln, die sich über die Zeit in dichten Klumpen bilden.

Die meisten Lilien mögen durchlässige, nährstoffreiche, leicht saure Böden. Sie mögen vollsonnige Standorte, schätzen es aber, wenn der Boden über dem Wurzelraum beschattet ist. Dadurch wird er nicht so warm und trocknet im Sommer nicht zu schnell aus. Ideal ist ein Standort zwischen Bodendeckern, wie z. B. Storchenschnabel oder nicht zu hohen Dahlien, die den Boden beschatten.

Lilien lassen sich auch gut in Kübeln pflegen. Selbst größere Sorten kann man sich so auf die Terrasse oder den Balkon holen. Es gibt spezielle Zwergsorten für die Topfkultur.

Meistens werden Lilien im Herbst gepflanzt. Es ist aber auch möglich die Zwiebeln im Frühjahr einzusetzen. Gepflanzt wird in zwei- bis dreifache Zwiebeltiefe mit dem Abstand der dreifachen Zwiebelbreite. Garten-Lilien sind absolut winterhart und benötigen keinen Winterschutz. Nach der Blüte welken die Stängel schnell und trocknen ein. Sobald sie sich leicht aus dem Böden lösen, können Sie sie entfernen. Im nächsten Jahr treiben die Lilien dann wieder aus.

Mit der Zeit bilden sich durch die Brutzwiebeln dichte Zwiebelklumpen. Etwa alle 3 bis 4 Jahre sollten Sie die Zwiebeln nach der Blüte ausgraben, vereinzeln und neu einsetzen.

Schnecken und Lilienhähnchen, ein roter Käfer, fressen an den Blättern und Trieben. Wühlmäuse fressen die Zwiebeln. Diese Schädlinge können ganze Bestände vernichten. Zum Schutz vor Wühlmäusen können Sie die Zwiebeln in Töpfe pflanzen und mit den Töpfen im Garten einsetzten. Achten Sie dabei auf eine gute Drainage. Staunässe mögen Lilien nicht! Lilienhähnchen und Schnecken sammeln Sie am besten ab.

Sorten

In Kultur sind fast ausschließlich Sorten, die durch Kreuzung verschiedener Arten entstanden sind.

Asiatische Lilien

'Nettys Pride'

‚Nettys Pride‘

Die meisten Gartenlilien gehören in diese Gruppe. Asiatische Hybriden werden etwa 90 bis 100 cm hoch und haben aufrechte, flache, sternförmige Blüten. In der Regel bildet jede Pflanze mehr als 5 Blüten, die bis 14 cm groß werden. Die Blüten öffnen sich im Juni oder Juli. Sie haben kräftige Farben und zeigen kontrastreiche Muster. ‚Monte Negro‘ ist eine früh blühende, orange Sorte. ‚Nettys Pride‘ hat weinrote Blütenblätter mit weißen Spitzen. Andere Sorten der Gruppe sind die gelb-rote ‚Grand Cru‘, die kräftig dunkelrote ‚Mapira‘ und ‚Yellow County‘.

Orientalische Lilien

'Muscadet'

‚Muscadet‘

Orientalische Hybriden sind Sorten, die überwiegend in Japan gezüchtet wurden. Sie blühen zwei bis drei Wochen später als Asiatische Lilien. Meist tragen sie 3 bis 5 Blüten, die einen Durchmesser von etwa 20 cm erreichen. Die Blüten stehen aufrecht und sind weit geöffnet. Häufig sind die Blütenblätter gewellt oder gekräuselt. Sie sind nicht so kräftig gefärbt wie die Asiatischen Lilien. Ihre Blüten sind weiß und gelb oder rosa. ‚Casa Blanca‘ ist eine weiße Sorte, die etwa 120 bis 130 cm hoch wird. ‚Muscadet‘ wird etwa 80 bis 90 cm hoch und hat weiße Blüten mit rosa Tupfern. Bei ‚Brasilia‘ haben die weißen Blütenblätter einen rosafarbenen Saum. Sehr bekannt ist die kräftig rosa gefärbte ‚Stargazer‘. Sie wird gut einen Meter hoch. Orientalische Lilien sind gute Schnittblumen, duften oft und halten in der Vase ca. 10 bis 14 Tage. Ihre Blütezeit ist im Juli/August und damit später als die der Asiatischen Lilien.

Trompetenlilien

Königslilie

Königslilie

Als Trompetenlilien werden die Lilium longiflorum-Hybriden bezeichnet. Sie sind aus Kreuzungen zwischen Lilium longiflorum mit L. formosanum und L. phillippinense entstanden. Ihre 2 bis 3 kelchförmigen Blüten hängen herunter. Sie duften stark süßlich. Die Pflanzen werden etwa 1,5 m hoch. ‚Pink Perfektion‘ ist eine rosafarbenen Sorte und ‚Royal Gold‘ blüht gelb. Auch weit bekannt ist die Königslilie. Die Blütezeit der Trompetenlilien ist von Juli bis August.

Lilium-tigrinum-Gruppe

'Citronella'

‚Citronella‘

Die Zuchtformen der Tigerlinie haben bis zu 20 hängende Blüten. Die Blütenblätter sind weit nach hinten gebogen und haben ein auffälliges Punktmuster. Die ursprüngliche Tigerlilie (Lilium tigrinum) ist orange und auf den weit nach hinten gerollten Blütenblättern sind bräunliche Tupfen. ‚Red Twinkle‘ ist etwas dunkler gefärbt. ‚Citronella‘ hat die gleiche typische Blütenform und das Muster, ist aber zitronengelb. Bei der Sorte ‚Fire King‘ sind die Blütenblätter nur wenig zurückgebogen und die kräftig orangen Blüten haben nur wenige Punkte. Sowohl die Art als auch die Sorten sind gute Gartenpflanzen, die sich im Garten leicht vermehren.

OT-Hybriden

'Robert Swanson'

‚Robert Swanson‘

Die OT-Hybriden sind aus Kreuzungen zwischen Oriental-Hybriden (O) mit Trompetenlilien (T) hervorgegangen. Diese Sorten werden recht hoch. Sie haben kräftig gefärbte, große, hängende Blüten. ‚Robert Swanson‘ wird rund 110 cm hoch und hat gelbe Blütenblätter mit großen, braun-roten Flecken. Die Baumlilien, die über 2 Meter hoch werden können, gehören zu dieser Liliengruppe. ‚Mr. Job‘, ‚Visa Versa‘ und ‚Urandi‘ können nach zwei bis drei Standjahren an günstigen Standorten bis zu 240 cm hoch werden.

Gefüllte Lilien

'Red Twin'

‚Red Twin‘

Seit Ende der 1990er Jahre gibt es einige wenige gefüllt blühende Lilien. Sie haben keine Staubgefäße und produzieren gar keinen Pollen. Diese Züchtungen wurden für die Produktion von Schnittblumen selektiert. Sie sind im Garten vor allem für Allergiker interessant. ‚American Dream‘ ist weiß, ‚Red Twin‘ rot. ‚Cocktail Twins‘ hat rote Tepalen mit gelben Spitzen. Die Blüten von ‚Double Sensation‘ sind rosa mit weißem Zentrum und weißen Blütenblattspitzen. ‚Fata Morgana‘ ist zitronengelb mit orange-braunen Markierungen. ‚Spring Pink‘ hat rosafarbene Blüten mit dunklerem Saum.

LA-Hybriden

Durch Kreuzungen zwischen Asiatischen Hybriden (A) und Formen aus der Lilium longiflorum-Gruppe (L) sind die LA-Lilien entstanden. Sie sehen den Asiatischen Lilien ähnlich, haben aber größere Blüten. Die Pflanzen werden über einen Meter hoch und haben fünf oder mehr Blüten. Sie werden vor allem für die Produktion von Schnittblumen gezogen.

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