Kulturgeschichte der Dahlie

Die Dahlie war bereits bei den Azteken in Kultur. Der spanische Eroberer Hernando Cortez berichtete schon 1520 von beeindruckenden Gärten der Azteken. Wahrscheinlich wuchsen schon dort Kulturformen der Dahlien.

Anders als die Tomate oder die Kartoffel stieß die Dahlie zunächst auf wenig Interesse bei den Europäern.

Der lange Weg nach Europa

Einfachblühende Dahlien wie 'Pitchoun' sind den Wildarten am ähnlichsten.

Einfachblühende Dahlien wie ‚Pitchoun‘ sind den Wildarten am ähnlichsten.

Die ersten Beschreibungen und Zeichnungen von Dahlien stammen vom spanischen Botaniker Francisco Hernandez. Er besuchte Mexiko zweimal, von 1571-1577 und von 1593-1600. Zunächst waren die Pflanzen aber für die Europäer nicht von Bedeutung. Sie waren weder als Nahrung noch als Medizinalpflanze interessant.

Etwa 1789 schickte Vicente Cervantes, der Leiter des botanischen Gartens in Mexico City, Dahliensamen an seinen Kollegen Antonia José Cavanilles im botanischen Garten Madrid. Dieser säte die Samen aus und hatte 1790 die ersten blühenden Dahlien Europas. Da die Pflanzen bis dahin noch nicht wissenschaftlich beschrieben waren, gab er ihnen einen Namen. Zu Ehren des damals gerade verstorbenen schwedischen Botanikers Andreas Dahl (1751-1789), der ein Schüler von Linné gewesen war, nannte er die neue Pflanzengattung Dahlia.

1791 wurde die Erstbeschreibung der Typus-Art Dahlia pinnata veröffentlicht. Einige Jahre später wurden Dahlia coccinea und Dahlia rosea beschrieben.

1804 kehrte Alexander von Humboldt mit Dahliensamen anderer Farbschläge nach Europa zurück. In den folgenden Jahren wurden die Pflanzen erfolgreich vermehrt und unter den botanischen Gärten verbreitet.

Vielfalt durch Kreuzung

Die aufgerollten Blütenblätter der Orchideenblütigen Dahlie 'Honka Surprise' und von Kaktus-Dahlien sind durch Mutationen entstanden.

Die aufgerollten Blütenblätter der Orchideenblütigen Dahlie ‚Honka Surprise‘ und von Kaktus-Dahlien sind durch Mutationen entstanden.

Die heute bekannten Gartendahlien sind alle Kreuzungen verschiedener Arten. Sie werden als Kulturhybriden bezeichnet und tragen den botanischen Namen Dahlia x cultorum, Dahlia variabilis x hort. oder Dahlia x hybrida.

Dahlien lassen sich leicht kreuzen und bringen dabei erstaunliche neue Blütenformen und neue Farbkombinationen hervor. Das hat im 19. Jahrhundert einen regelrechten Dahlien-Boom ausgelöst. In ganz Europa wurde gezüchtet und die Pflanzen waren bald günstig für jeden zu haben.

Die Vielfalt nahm sehr schnell zu. Im Jahr 1800 blühte zum ersten Mal eine Dahlie (Dahlia lilacina) in Deutschland. 1890 gab es bereits mehr als 1000 verschiedene Dahliensorten im Angebot deutscher Gärtner. 1897 wurde die Deutsche Dahlien-Gesellschaft in Berlin-Steglitz gegründet. Heute heißt sie Deutsche Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolen-Gesellschaft e.V. (DDFGG). Ihre bebilderte Online-Datenbank umfasst heute rund 2400 Dahlien-Sorten.

Wichtige Arten

Bei den Anemonenblütigen Dahlien sind die Röhrenblüten vergrößert.

Bei den Anemonenblütigen Dahlien sind die Röhrenblüten vergrößert.

Das Ausgangsmaterial für die ersten Sorten waren Dahlia pinnata, Dahlia coccinea und Dahlia rosea. Aus ihnen wurden Sorten mit runden Blüten, die Balldahlien, gezüchtet, die man auch als Georginen kennt. 1874 kam aber eine neue Art nach Holland. Die Knollen der Lieferung waren alle übel verfault und wurden sofort entsorgt. Aber eine Pflanze überlebte und wuchs auf dem Kompost an. Sie wurde durch Glück gefunden und weiter kultiviert. Diese Dahlie wurde nach dem Mexikanischen Präsidenten Carlo Benito Juárez benannt und heißt Dahlia juarezii. Sie hat spitz zulaufende, nach hinten gerollte Blütenblätter und ist die Stammmutter aller Kaktus- und Semi-Kaktus-Dahlien.

Dahliensorten

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Dahlien stammen ursprünglich aus Mexiko und sind sogar essbar.

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