Krokusse

Es gibt etwa 80 Arten von Krokussen und zahlreiche Sorten. Am bekanntesten sind vor allem die frühjahrsblühenden Sorten. Es gibt aber auch herbstblühende Krokusse.

Botanik

Krokusse sind Knollengeophyten. Aus der Speicherknolle treiben im Frühjahr oder Herbst 5 – 10 cm hohe Blüten und Blätter aus. Bei den frühjahrsblühenden Sorten kommen immer zuerst die Blätter. Sie sind bandförmig und haben eine deutliche, silbrige Mittelrippe.

So kennt man sie im Frühjahr an den ersten wärmeren Tagen: Krokusse auf einer Wildwiese.

So kennt man sie im Frühjahr an den ersten wärmeren Tagen: Krokusse auf einer Wildwiese.

Bei den herbstblühenden Sorten treibt das Laub zum Teil erst nach der Blüte aus. Dadurch können sie mit Herbstzeitlosen verwechselt werden. Die Blütenblätter sind alle gleich gestaltet und bilden ein Perigon mit einer langen Röhre, die in den Boden bis zur Knolle reicht. Oben aus der Blüte schauen die Narbe und die drei Staubblätter heraus. Der Fruchtknoten ist in der Erde. Erst nach der Befruchtung schiebt sich die Fruchtkapsel an die Oberfläche und entlässt dort die Samen, wenn sie reif sind.

Krokusse im Garten

Bei den frühjahrsblühenden Krokussen erscheinen zunächst das Laub und dann die Blüten. Die frühesten, im Februar und März, sind Sorten vom Gartenkrokus (Crocus chrysanthus). Dazu gehören die lobelienblaue Sorte ‘Blue Pearl’, der weiß-violette Krokus ‘Prins Claus’ und die gelbe Sorte ‘Goldilocks’. ‘Cream Beauty’ ist cremegelb. ‘Ard Schenk’ ist eine rein weiße Sorte. Auch der zierliche Sieber-Krokus (Crocus sieberi) blüht bereits ab Februar. Die bekanntesten Sorten dieser Art sind ‘Tricolor’ und ‘Firefly’. Dieser kleine Krokus hat violette Blüten, einen weißen Ring und einen gelben Schlund. Der Elfenkrokus (Crocus tommasiniaus) ‘Ruby Giant’ blüht intensiv violett.

Diese frühen Krokusse eignen sich für Beete, aber auch zum Verwildern in Rasenflächen. Bis zum Verwelken der Blätter dürfen die Pflanzstellen nicht gemäht werden. Denn erst dann haben die Pflanzen ihre Entwicklung abgeschlossen und genug Reserven für die Blüte im nächsten Jahr angelegt.

Im Beet blühen sie zusammen mit Zwergiris, Schneeglöckchen und Winterlingen.

Etwas später, im März bis April, blühen die großblumigen Holländischen Krokusse (Crocus vernus). Diese pflanzen Sie am besten ins Beet, in den Steingarten oder unter sommergrüne Gehölze, wo sie zusammen mit Hyazinthen, Narzissen und frühen Tulpen blühen. Im Rasen können großblumige Krokusse sich nur gut entwickeln, wenn erst spät gemäht wird.

Blühen etwas später, dafür aber großblumig: die Holländischen Krokusse.

Blühen etwas später, dafür aber großblumig: die Holländischen Krokusse.

Verbreitet sind die violetten Sorten ‘Remembrance’, ‘Grand Maitre’, der weiße Krokus ‘Jeanne d’ Arc’ und ‘Großer Gelber’.

Herbstblühende Krokusse sind selten. Ihre Knollen werden immer nur für sehr kurze Zeit im August oder Anfang September im Handel angeboten. Sie müssen bis Mitte September wieder gepflanzt werden und blühen dann noch im gleichen Jahr etwa ab Oktober. Im Vorjahr gepflanzte Herbstkrokusse blühen ab September.

Crocus speciosus haben lilafarbene Blüten mit dunkler Aderung. Sie werden rund 15 cm hoch. Die Blätter erscheinen erst nach der Blüte. Der Safrankrokus Crocus sativus ist etwas kleiner. Er wird nur etwa 8 cm hoch. Bei ihm treiben Blätter und Blüten im September und Oktober zusammen aus.

Pflanzung und Pflege

Alle Krokusse werden im Herbst gepflanzt. Sie können sie von Mitte September bis in den November hinein pflanzen, wenn der Boden frostfrei ist. Eine Ausnahme sind die herbstblühenden Krokusse, die bis Mitte September in die Erde müssen.

Die Knollen werden in 3 bis 5 cm tiefe Pflanzlöcher eingesetzt. Der Pflanzabstand beträgt eine Knollenbreite. Krokusse mögen sonnige bis halbschattige Standorte und einen lockeren, durchlässigen Boden.

Die Pflanzen benötigen keine Pflege. Sie blühen jedes Jahr wieder und vermehren sich an günstigen Standorten auch von allein durch Brutknollen und Samen. Jungpflanzen aus Brutknollen blühen schon nach ein bis zwei Jahren zum ersten Mal, Sämlinge zum Teil erst nach 4 Jahren. Der Safrankrokus ist triploid und steril. Er kann nur durch Brutknollen vermehrt werden.