Geschichte der Hyazinthen

Es gab eine Zeit, da waren Hyazinthen genauso begehrt wie Tulpen. Es wurden hohe Preise für einzelne Zwiebeln verlangt und es gabt hunderte von verschiedenen Sorten.

Mythologie und Poesie

Die Herkunft der Hyazinthe erklärt Ovid in seinen „Metamorphosen“. Der Gott Apollo ist mit Hyacinthos, dem Sohn des Amyclas, dem König der Spartaner, befreundet. Die zwei werfen einen Diskus. Der Gott wirft die Scheibe hoch in den Himmel bis in die Wolken. Als er zur Erde zurückfällt, läuft der Junge zu der Stelle, an der er landen wird. Der Diskus prallt vom Boden ab und trifft ihn tödlich am Kopf. Entsetzt versucht Apollo die Blutung zu stillen, aber der Junge stirbt. Aus seinem Blut wächst eine purpurfarbene Blume mit lilienähnlichen Blüten. So wurde Hyacinthos unsterblich. „Soweit es möglich ist, bist du dennoch ewig; und sooft das Frühjahr den Winter vertreibt, so oft erstehst du auf und blühst auf der grünen Wiese“, schreibt Ovid.

Wie auch Tulpen haben Hyazinthen eine lange Tradition als begehrte Zwiebelblumen.

Wie auch Tulpen haben Hyazinthen eine lange Tradition als begehrte Zwiebelblumen.

Der Hyazinthe wurde eine große Wertschätzung entgegengebracht und man kultivierte sie im großen Umfang im Mittleren Osten. Im 13. Jahrhundert schrieb der persische Dichter Saadi:

„Wenn du beraubt wirst allen Guts auf Erden,
und nur zwei Brote dir belassen werden,
Verkaufe eins, und vom Erlös kauf Hyazinthen:
Daran wird deine Seele Nahrung finden.“

Die Dichter Homer und Vergil beschrieben den Duft der Blüten. Auch Goethe, Emil Claar und Theodor Storm schrieben Gedichte über Hyazinthen. Sogar der Schmetterling im gleichnamigen Gedicht von Heinz Erhard lässt sich von der Blume betören.

Kulturgeschichte

In Mitteleuropa sind Hyazinthen seit etwa 1560 in Kultur. So begehrt wie Rosen, Dahlien oder Tulpen waren sie in Europa nie. Sie hatten ihre große Blütezeit im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1798 sollen allein in einem Katalog eines holländischen Blumenhändlers 1227 verschiedenen Hyazinthen-Sorten aufgeführt gewesen sein. Zwischen 200 und 300 davon hatten gefüllte Blüten. Einige blühten zweifarbig und waren besonders begehrt.

Die gefüllten, zweifarbigen Sorten waren damals sehr gefragt. Die bekannteste Sorte war ‚King of Great Britain‘. Diese Hyazinthe hatte weiße Blütenblätter und ein hellrotes Auge im Zentrum.

Heute gibt es solche Sorten nicht mehr. Die Mode änderte sich und die Leute fanden in der spätviktorianischen Zeit mehr Gefallen an einfach blühenden Sorten. Es kamen darum immer weniger gefüllte Sorten auf den Markt. Bestehende Sorten gerieten in Vergessenheit. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden gar keine gefüllten Hyazinthen mehr angeboten. Nur wenige gefüllte Sorten wie ‚Chestnut Flower‘ von 1880, ‚General Köhler‘ von 1878 oder ‚Hollyhock‘ von 1930 blieben bei Sammlern erhalten.

1985 begann Alan Shipp, ein Bauer aus Cambridgeshire, Hyazinthen zu sammeln und zu vermehren. Er bekam viele historische Sorten aus Litauen von Rita Raziulyte. Sie hatte alle Hyazinthen in der Sowjet Union gesammelt und katalogisiert. Darunter waren auch Sorten, von denen man lange glaubte, sie wären längst ausgestorben. Die ältesten heute noch existierenden Hyazinthen-Sorten sind ‚King Menelik Black‘ von 1863 und ‚Grande Blanche Imperial‘ von 1798. Heute hat Shipp die größte Hyazinthensammlung der Welt mit rund 200 Sorten.

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