Botanik der Dahlien

Dahlien gehören zu den Korbblütlern (Asteraceae). In Kultur sind fast ausschließlich Kulturhybriden, die aus Kreuzungen zwischen Arten hervorgegangen sind.

Blüten

Die Dahlienblüten sind eigentlich Blütenstände aus vielen kleinen Zungen- und Röhrenblüten.

Die Dahlienblüten sind eigentlich Blütenstände aus vielen kleinen Zungen- und Röhrenblüten.

Das, was wir bei den Dahlien als Blüten bezeichnen, ist botanisch ein Blütenstand aus zahlreichen kleinen Einzelblüten. Sie sitzen in einem Körbchen zusammen. In der Mitte (Scheibe) sitzen Röhrenblüten. Darum herum sind die Zungenblüten, die wir als Blütenblätter bezeichnen. Sehr deutlich ist dieser Grundbauplan bei den einfachblühenden Dahlien, den Orchideenblütigen Dahlien und bei den Anemonenblütigen Dahlien zu sehen. Diese Sorten werden von vielen Nektar sammelnden Insekten besucht. Die Form der Dahlienblüten ist sehr variabel. Es können Zungenblüten zu Blütenblättern umgewandelt werden. Dadurch entstehen dann gefüllte Blüten. Bei vielen Dahliensorten sind die Blüten so dicht gefüllt, dass die Scheibe mit den Röhrenblüten nicht mehr sichtbar ist. Solche Blüten sind besonders imposant, dienen aber nicht mehr als Nahrungsquelle für Insekten.

Knollen

Dahlien sind Knollengeophyten. Sie lagern Nährstoffe in ihren Wurzeln ein, die sich dann zu länglichen Knollen verdicken. Die Knollen sind als Nährstoffspeicher für den Neuaustrieb wichtig, wachsen aber nicht, wenn man sie einzeln einpflanzt. Die Knospen für den Neuaustrieb sitzen am Herz der Pflanze zwischen den Stängeln des Vorjahres. Sie dürfen beim Einpflanzen oder Ausgraben nicht beschädigt werden.

'Bishop of Llandaff' gehört zu den Sorten mit ganz dunklem Laub.

‚Bishop of Llandaff‘ gehört zu den Sorten mit ganz dunklem Laub.

Speicherknollen und Herz verlieren während der Lagerung Feuchtigkeit und schrumpfen etwas. Vor dem Pflanzen muss man die Knollen darum über Nacht in Wasser quellen lassen, damit sie wieder genug Feuchtigkeit aufnehmen. Die Bodenfeuchte reicht dazu nicht immer aus.

Blätter und Stängel

Die Stängel der Dahlien sind oft hohl. Bei einigen Sorten werden sie über einen Meter hoch. Sie tragen an den Spitzen und an den Spitzen von Seitentrieben die Blüten. Die Blätter sind gefiedert und haben mehr oder weniger stark gezahnte Ränder. Ihre Farbe variiert von hellgrün über dunkelgrün bis zu einem bräunlichen rot. Das Laub ist sehr frostempfindlich. Sobald es im Herbst den ersten Nachtfrost bekommt, welkt es und wird dunkel und schlaff. Dann ist es Zeit, die Triebe zurückzuschneiden und die Pflanzen für die Winterruhe auszugraben.

Arten

Alle 35 Dahlienarten stammen aus Mexiko und Zentralamerika. Sie sind sehr unterschiedlich in Wuchs und Blüte. Die Gattung Dahlia wird in vier Sektionen unterteilt.

I. Sektion Pseudodendron

In diese Sektion gehören 4 Arten: Dahlia excelsa, Dahlia imperialis, Dahlia tenuicaulis und Dahlia campanulata. Sie werden alle sehr groß und haben kräftige verholzte Stängel. Sie bilden erst Blüten, wenn die Tage am Ende des Sommers wieder kürzer werden. Sie lassen sich gut überwintern, kommen aber nur zur Blüte, wenn im Herbst ein ausreichend großes und warmes Gewächshaus zur Verfügung steht.

II. Sek­ti­on Epi­phytum

In dieser Sektion gibt es nur eine Art. Dahlia macdougallii wächst als einzige Art der Gattung als Aufsitzer auf Bäumen. Sie bildet bis zu 10 m lange Ranken, die sich durch die Baumkronen zum Licht strecken. Sie hat ungefüllte weiße Blüten.

Durch Züchtung entstanden aus einfachblühenden Wildarten Sorten mit dicht gefüllten Blüten.

Durch Züchtung entstanden aus einfachblühenden Wildarten Sorten mit dicht gefüllten Blüten.

III. Sek­ti­on Ent­emo­phyl­lon

In der Sektion Entemophyllon sind 6 Arten zusammengefasst, die krau­ti­ge oder zum Teil verholzte Triebe und wech­sel­stän­di­ge Fie­der­blät­ter haben. (Wechselständige Blätter sitzen einzeln an den Blattknoten und sie wachsen im Wechsel zu beiden Seiten.) Alle Arten werden etwa 2 m hoch und haben einfache, rosafarbene Blüten.

IV. Sek­ti­on Dah­lia

Diese Sektion ist die größte. Sie umfasst 24 krautige Arten mit gegenständigen, gefiederten Blättern. Dahlia parvibracteata (2000), Dahlia spectabilis (2002), Dahlia neglecta (2002), Dahlia hjertingii (2003) und Dahlia cuspidata (2003) sind erst in den Jahren 2000 bis 2003 neu beschrieben worden. Aus Kreuzungen der Arten in dieser Sektion sind unsere Gartendahlien hervorgegangen. Die wichtigsten Stammeltern der Gartendahlie sind Dahlia coccinea und Dahlia sorensenii gewesen. Rückkreuzungen und Genvergleiche zwischen Wildarten und Sorten haben ergeben, dass schon die erste beschriebene Dahlie Dahlia pinnata eine Hybride aus D. coccinea x D. sorensenii war. Auch Dahlia juarezii, die Stammmutter der Kaktusdahlien, war keine echte Art.

Dahliensorten

Dahlien allgemein

Dahlien stammen ursprünglich aus Mexiko und sind sogar essbar.

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