Alpenveilchen

Alpenveilchen sind Primelgewächse mit einer kugeligen bis scheibenförmigen Knolle. Es gibt insgesamt etwa 22 Arten, die vor allem im Mittelmeerraum und im Nahen Osten heimisch sind. Unser Zimmer-Alpenveilchen stammt vom Cyclamen persicum ab. Das ist eine nicht winterharte Art aus Kleinasien mit einer kleinen, kugeligen Knolle. Es wird als Topfpflanze in verschiedenen Zuchtformen angeboten. Als Blumenzwiebeln für den Garten eignen sich bei uns nur drei winterharte Arten.

Alpenveilchen im Garten

Das Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum) treibt im Herbst aus und bildet dann runde bis herzförmige Blätter. In milden Lagen erscheinen schon im Dezember die violetten bis karminroten Blüten. In kühleren Regionen blühen die Pflanzen im Februar und März zusammen mit Schneeglöckchen und Winterlingen. Nach der Blüte wird das Laub eingezogen und die Knollen ruhen bis zum nächsten Austrieb im Herbst in der Erde.

Alpenveilchen mit roter Blütenfarbe gehören zu den Vorfrühlingsalpenveilchen.

Alpenveilchen mit roter Blütenfarbe gehören zu den Vorfrühlingsalpenveilchen.

Das Vorfrühlings-Alpenveilchen mag humose, kalkhaltige Böden unter sommergrünen Laubgehölzen. Der Standort sollte warm und geschützt sein, darf im Sommer aber nicht ganz austrocknen.

Das Efeublättrige oder Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) bildet ab Ende August viele, kleine, rosafarbene oder weiße Blüten, die etwa 10 bis 12 cm hoch werden. Der erste Bodenfrost beendet die Blüte. Die dunkelgrünen Blätter mit der silbrigen Zeichnung erscheinen erst einige Wochen später. Sie sind sehr frostbeständig. Bei sehr großer Kälte werden sie weich und schlaff, straffen sich aber wieder, wenn es milder wird. Im April ziehen die Pflanzen das Laub ein und ruhen bis zum Austrieb der neuen Blütenknospen Ende August.

Das Herbst-Alpenveilchen wächst bevorzugt an freien Stellen unter Laubgehölzen in kalkhaltigem, lockerem, humosem Boden, der während der Ruhezeit im Sommer etwas trockener sein sollte. An günstigen Standorten sind die Pflanzen sehr ausdauernd und blühen über viele Jahre immer wieder.

Die dritte winterharte Art ist das Europäische Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens). Es kommt wild in den Alpen vor. Das wilde Alpenveilchen ist immergrün und hat keine Ruhezeit. Die lederartigen, fleischigen Blätter sind herz- oder nierenförmig. Die Unterseite ist purpurrot, die Blattoberseite hat ein silbriges Muster. Blattstiele, Blütenstiele und Blütenkelch sind behaart. Das dekorative Laub haben die Pflanzen das ganze Jahr über. Die Blüten erscheinen von Juli bis Ende September. Sie sind karminrot.

Diese Art eignet sich sehr gut für Steingärten. Aber auch im lichten Schatten unter Sträuchern und in mäßig feuchten Beeten ohne Staunässe kommen die Pflanzen gut zurecht. Sie mögen humose, kalkhaltige Böden.

Pflanzung und Pflege

Die Knollen sind im Herbst im Handel zu bekommen. Sie dürfen nicht zu stark austrocknen. Darum sollten Sie sie möglichst früh im September oder Oktober pflanzen. Die Knollen werden sehr flach gepflanzt und nur mit 2 bis 3 cm Erde abgedeckt. Wichtig ist, dass sie richtig herum in den Boden kommen. Beim Zimmer-Alpenveilchen und beim Vorfrühlings-Alpenveilchen sitzen die Wurzeln unter der Knolle und beim Europäischen Alpenveilchen wachsen sie an verschiedenen Stellen aus der Knolle, währen die Blüten und Blätter aus Knospen an der Oberseite hervorgehen. Beim Herbst-Alpenveilchen wachsen aber Blätter, Blüten und Wurzeln aus der Oberseite der Knolle. Die Wurzeln kommen also hier ausnahmsweise beim Pflanzen nach oben.

An Standorten unter Laubgehölzen benötigen Alpenveilchen keine Pflege. Das Falllaub schützt sie und versorgt sie mit Nährstoffen. Sonst reicht auch eine dünne Schicht Mulch aus reifem Kompost als Dünger aus.

Alpenveilchen setzten Samen an und verwildern an günstigen Standorten. Versuchen Sie doch mal selbst, Alpenveilchen aus Samen zu ziehen. Säen sie dazu die reifen Samen im Sommer (Juni/Juli) in humose Erde etwa 0,5 cm tief aus. Nach etwa 1 bis 2 Monaten keimen die Samen. Die Jungpflanzen bilden zunächst eine kleine Knolle und gehen dann wie die Mutterpflanze in Ruhe. Es dauert 2 bis 3 Jahre, bis die Sämlinge zum ersten Mal blühen.

Besonderheiten

Alpenveilchen haben kein Festigungsgewebe in den Blütenstielen. Sie werden durch Wasserdruck aufrecht gehalten. Darum fallen die Blüten bei Wassermangel um.

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